Lohnt es sich aktuell die Gasheizung austauschen zu lassen?

Lohnt es sich aktuell die Gasheizung austauschen zu lassen?

Die Hälfte aller deutschen Haushalte heizt noch mit Gas, aber angesichts der drohenden Gasknappheit fragen sich viele Hausbesitzer, ob sie ihr altes System auf eine Wärmepumpe umstellen sollten.

Seit Wochen steht das Telefon bei den Heizungsbauern nicht mehr still. Viele Haus- und Wohnungseigentümer rufen an und wollen so schnell wie möglich eine neue Heizung. Die Nachfrage ist laut einem Sprecher des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) durch den Ukraine-Konflikt sprunghaft angestiegen.

Einige Haus- und Wohnungseigentümer wollen unbedingt ihre Gasheizung loswerden, weil sie befürchten, dass der russische Präsident Wladimir Putin den Hahn zudrehen wird. Viele Menschen wollen sich selbst versorgen und nicht von Russland abhängig sein, wenn es um Gas oder Öl geht.

Die Nachfrage nach Wärmepumpen steigt rasant

Die Nachfrage nach Wärmepumpen ist groß - im letzten Jahr wurden 154.000 installiert, und in diesem Jahr werden es wahrscheinlich noch mehr sein. Allerdings bremst ein Mangel an Personal und Material aktuell die Installation von Wärmepumpen. Es kann Wochen oder sogar Monate dauern, bis ein Handwerker kommt und eine neue Anlage installiert; nach Angaben des ZVSHK beträgt die durchschnittliche Wartezeit für einen Techniker derzeit 18 Wochen.

Viele Wärmepumpen sind erst im neuen Jahr lieferbar

Noch schwieriger ist es jedoch, an die begehrten Geräte zu kommen. Wärmepumpen werden immer schwieriger zu finden. "Kunden, die jetzt eine Wärmepumpe bestellen, bekommen sie erst nach dem Jahreswechsel geliefert und installiert", teilt der ZVSHK mit. Die meisten Firmen hätten erhebliche Lieferschwierigkeiten.

Die Kunden sollten sich darüber im Klaren sein, dass es derzeit eine Wartezeit von bis zu einem Jahr für die Installation von Wärmepumpen gibt. Das bedeutet, dass jeder, der jetzt eine Wärmepumpe installieren möchte, wahrscheinlich bis zum nächsten Sommer warten muss.

Sind Holzöfen mit Pellets eine Alternative zum Gas?

Holzöfen, die z.B. mit Pellets befeuert werden, könnten noch schneller verfügbar sein. Allerdings kommt es auch hier zunehmend zu Engpässen. Vielerorts können die Brennholzhändler die rasant steigende Nachfrage nicht mehr bedienen. Der Markt ist laut dem Deutschen Brennholzverband bereits ebenfalls leergefegt.

Die Umstellung von Gasheizungen sollte einfacher sein als der Umstieg auf Alternativen. Noch vor dem Winter ist der Austausch einer alten Gastherme gegen eine neue machbar. Die Wartezeiten betragen hier nur zwei Monate.

Ein Austausch alter Gasheizungen ist sinnvoll

Der Interessenverband der Heizungsbauer sieht vor allem Handlungsbedarf bei den rund 6,4 Millionen alten Gaskesseln in deutschen Kellern. Es sei in jedem Fall sinnvoll, über Alternativen nachzudenken, so der ZVSHK und verweist auf das erhebliche Energieeinsparpotenzial.

Wenn Sie in den letzten Jahren einen Gas-Brennwertkessel eingebaut haben, sollten Sie diesen vorerst weiter nutzen. Fragen Sie auch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort, welche sinnvollen technischen Ergänzungen für die Einbindung erneuerbarer Energien wie der Solarthermie möglich sind.

Fossile Brennstoffe werden nach wie vor in drei Viertel aller Gebäude genutzt

Noch immer wird die Hälfte der 43 Millionen Haushalte in Deutschland mit Gas beheizt. Öl wird in einem von vier Häusern verwendet. Das bedeutet, dass fossile Brennstoffe immer noch in einer großen Zahl von Gebäuden genutzt werden. Allein bei den Neubauten sieht die Situation anders aus: Mehr als die Hälfte von ihnen wird inzwischen mit erneuerbaren Energien beheizt, vor allem mit Hilfe von Wärmepumpen.

Die deutsche Regierung hat eine "Wärmepumpenoffensive" geplant, um das für 2024 gesetzte Ziel für erneuerbare Energien zu erreichen. Wenn dieser Plan umgesetzt wird, sollen jährlich 500.000 Pumpen in ganz Deutschland installiert werden. Das Gebäudeenergiegesetz schreibt vor, dass ab 2024 bei jeder neuen Heizungsanlage nach Möglichkeit 65 Prozent erneuerbare Energien eingesetzt werden.

Die Vorteile einer Heizungsmodernisierung

  1. Langfristig sparen Sie Geld. Auch wenn die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe höher sind als für ein gas- oder ölbefeuertes System, werden Sie auf lange Sicht Geld bei den Energiekosten sparen. Wärmepumpen sind viel effizienter als ältere Systeme, so dass Sie jeden Monat eine niedrigere Energierechnung haben werden.
  2. Sie können Anreize und Nachlässe erhalten. Um Hausbesitzer zum Umstieg auf effizientere Heizsysteme zu bewegen, bieten viele Versorgungsunternehmen Anreize und Rabatte an. Dies kann dazu beitragen, die anfänglichen Kosten für die Installation einer Wärmepumpe auszugleichen.
  3. Sie reduzieren Ihren ökologischen Fußabdruck. Wenn Sie sich Gedanken über Ihre Auswirkungen auf die Umwelt machen, ist die Umrüstung auf eine Wärmepumpe eine gute Möglichkeit, Ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Wärmepumpen verbrennen keine fossilen Brennstoffe und geben daher keine schädlichen Chemikalien an die Atmosphäre ab.

 

Die Nachteile der Modernisierung Ihres Heizsystems

  1. Die anfänglichen Kosten können sehr hoch sein. Wie bereits erwähnt, können die Anschaffungskosten für den Wechsel zu einer Wärmepumpe höher sein als bei anderen Optionen. Wenn Sie ein knappes Budget haben, sollten Sie mit der Umstellung vielleicht warten, bis Sie mehr Geld gespart haben.
  2. Möglicherweise müssen Sie umfangreiche Änderungen an Leitungen und Lüftungskanälen vornehmen. Wenn Sie von einem Gas- oder Ölofen auf eine Wärmepumpe umsteigen, müssen Sie möglicherweise erhebliche Änderungen vornehmen, um das neue System unterzubringen. Dies kann die Gesamtkosten der Installation erhöhen.
  3. Sie sind in sehr kalten Klimazonen nicht ideal. Wärmepumpen entziehen der Luft oder dem Erdreich Wärme und nutzen sie zum Heizen Ihres Hauses. In sehr kalten Klimazonen kann nicht genug Wärme in der Luft oder im Boden vorhanden sein, um die Wärmepumpe anzutreiben, was zu einer Überlastung und möglicherweise zu einer geringeren Leistung und weniger Effizient führt.

Fazit

Es gibt keine pauschale Antwort auf die Frage, ob Sie Ihr Heizsystem aufrüsten sollten oder nicht. Es hängt von Faktoren wie Ihrem Budget, dem Klima und der Frage ab, ob Sie für Anreize in Frage kommen oder nicht. Wenn Sie jedoch einen Wechsel in Erwägung ziehen, ist es wichtig, sowohl die Vor- als auch die Nachteile abzuwägen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Kommentare